Skip to main content English

FACT

International geförderte Projekte

Kombinationstherapie auf Antibiotikabasis bei schwerer Malaria und bakteriellen Blutinfektionen

Im Rahmen des FACT-Projekts wird ein neuer Behandlungsansatz entwickelt und getestet, mit dem schwere Malaria und bakterielle Blutinfektionen gleichzeitig behandelt werden können. 
Bei der Behandlung handelt es sich um eine neuartige, auf Antibiotika basierende Kombinationstherapie, die zwei zugelassene Medikamente und ein Medikament in der späten Entwicklungsphase kombiniert:

- Artesunat: Standard-Malariamedikament für schwere Malaria.

- Fosmidomycin: Ein Medikament in der späten Entwicklungsphase mit Wirksamkeit gegen Malariaparasiten und eine Reihe von Bakterien.

- Clindamycin: Ein zugelassenes Medikament mit Wirksamkeit gegen Malariaparasiten und eine Reihe von Bakterien.

Mit dieser Dreifach-Kombinationstherapie, deren Wirkmechanismen unterschiedlich sind, zielt der FACT-Ansatz darauf ab, Malariaparasiten wirksamer zu bekämpfen und gleichzeitig Schutz vor wichtigen bakteriellen Infektionen zu bieten. Der Einsatz mehrerer Medikamente mit unterschiedlichen Wirkmechanismen kann zudem das Risiko verringern, dass Parasiten Resistenzen gegen die Behandlung entwickeln, und gleichzeitig die Dauer des Krankenhausaufenthalts von Kindern von bis zu sechs Tagen auf vier Tage verkürzen.

Hintergrund:

Schwere Malaria ist ein medizinischer Notfall, der eine sofortige Behandlung erfordert. Allerdings ist Malaria nicht immer die einzige Ursache für eine schwere Erkrankung. Die Symptome von Malaria können denen bakterieller Infektionen im Blutkreislauf sehr ähnlich sein, was es für medizinisches Personal schwierig macht, die Ursache für die Erkrankung eines Kindes zu erkennen.

Dies stellt insbesondere in Gebieten, in denen Malaria weit verbreitet ist, eine große Herausforderung dar. Ein positiver Malaria-Test bedeutet nicht zwangsläufig, dass Malaria die Hauptursache der Erkrankung ist, da Malariaparasiten auch bei ansonsten gesunden Menschen vorkommen können, die in Malaria-Endemiegebieten leben.

In vielen Fällen leiden Kinder, die wegen schwerer Malaria behandelt werden, möglicherweise auch an einer bakteriellen Infektion, die gleichzeitig behandelt werden muss. Aus diesem Grund empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass Kinder mit Verdacht auf schwere Malaria sowohl injizierbares Artesunat – die Standardbehandlung bei schwerer Malaria – als auch Antibiotika zur Behandlung möglicher bakterieller Infektionen erhalten.

„Unsere Klinik wird eine wichtige Rolle beim Aufbau nachhaltiger Kapazitäten für die Durchführung pharmakokinetischer Studien in Zentralafrika spielen. Wir werden die Ausbildung und Förderung junger Wissenschaftler unterstützen und gleichzeitig die personellen Ressourcen, die Infrastruktur und die institutionellen Systeme stärken. Unser Ziel ist es nicht nur, Fachwissen aufzubauen, sondern auch dauerhafte Strukturen und Fähigkeiten zu schaffen, die es ermöglichen, vor Ort und nachhaltig hochwertige klinische Forschung zu betreiben.“

Assoc.Prof. Priv.-Doz. Dr. Markus Zeitlinger Klinikvorstand und Projektleiter an der MedUni Wien

Facts zum Projekt

Projektförderung: Finanziert von der Europäischen Union im Rahmen des Programms „Global Health EDCTP3“

  • Fördersumme an der MedUni Wien: > 400.000 EUR
  • Beteiligte Projektpartner: 9 
  • Projektdauer: 60 Monate

Grant agreement No 101248797